IKV führt Forschung zum hochwertigen mechanischen Recycling flexibler Kunststoffverpackungen fort
Erfolgreiche Vorarbeiten zur Aufbereitung von Haushalts-PCR aus LDPE bilden die Grundlage für die nächste Projektphase. Für 2027 und 2028 sucht das IKV weitere internationale Technologiepartner.
Aachen, im Oktober 2026 – Wie lassen sich Rezyklate aus gebrauchten Kunststoffverpackungen so aufbereiten, dass sie auch für anspruchsvolle Anwendungen eingesetzt werden können? Mit dem Konsortialprojekt LOOPCYCLING hat das Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen gezeigt, welches Potenzial im hochwertigen mechanischen Recycling flexibler Verpackungen aus Polyethylen (LDPE) steckt. Die Arbeiten sollen 2027 und 2028 mit LOOPCYCLING 2 fortgesetzt werden. Ziel ist es, die Prozesskette weiterzuentwickeln, die Rezyklatqualität noch weiter zu verbessern und die Verfahren auch auf meist konterbedruckte flexible Verpackungen aus Polypropylen (PP) zu übertragen.
© IKVIm ersten Projekt, das von 2025 bis 2026 lief, untersuchte das Konsortium die gesamte Prozesskette – von der Sortierung und Entfärbung (De-Inking) über Compoundierung, Entgasung und Dekontamination bis zur Folienherstellung und analytischen Bewertung. Ein zentraler Erfolg: Aus Haushaltsabfällen gewonnenes LDPE-Rezyklat erreichte im Projekt das untersuchte Qualitätsniveau B für Rinse-off-Kosmetikverpackungen. Die Migrationstests erfolgten mit einem 50%igen Ethanol-Wasser-Gemisch nach DIN Spec 91521. Zudem zeigte die Entfärbung bedruckter Folien eine deutliche Verringerung von Fehlstellen und verbesserte mechanische Folieneigenschaften. Bei Verbundfolien mit unterschiedlichen Materialkombinationen bestehen dagegen weiterhin Herausforderungen.
Drei Schwerpunkte für LOOPCYCLING 2
In der nächsten Projektphase steht die weitere Optimierung der Prozesskette im Mittelpunkt. Sortierung und De-Inking sollen gezielt weiter verbessert werden. Ein besonderer Fokus liegt auf der Entfärbung und gegebenenfalls Delaminierung von rückseitig bedruckten Verbundfolien, deren Druckfarben und funktionelle Schichten die Aufbereitung erschweren.
Außerdem werden Compoundierung und Entgasung weiterentwickelt. Untersucht werden unter anderem optimierte Entgasungskonzepte im Doppelschneckenextruder und der Einsatz geeigneter Schleppmittel. Auch die Schmelzefiltration steht im Fokus: Sie soll künftig auch weiche und kleinere Verunreinigungen zuverlässiger abtrennen und so die Rezyklatqualität weiter verbessern. Damit sollen Reinheit und Qualität der Rezyklate weiter steigen.
LOOPCYCLING 2 erweitert die entwickelten Ansätze auf flexible PP-Verpackungen. Dieser Materialstrom stellt aufgrund seiner Zusammensetzung und des hohen Anteils bedruckter und metallisierter Verbundstrukturen eigene Anforderungen an Sortierung, Entfärbung und Aufbereitung.
© IKVTechnologiepartner gesucht
Für LOOPCYCLING 2 sind bereits einige neue Technologiepartner zusammengekommen. Das IKV möchte die industrielle Expertise entlang der gesamten Recyclingkette bündeln und sucht deshalb zusätzliche Unternehmen, die ihre Technologien und Fragestellungen in das Projekt einbringen möchten. Angesprochen sind insbesondere Recycler, Anbieter von Sortier-, Wasch- und Entfärbungstechnologien sowie Verpackungs-, Rohstoff- und Maschinenhersteller und Markenartikler.
Interessierte Unternehmen können sich noch bis Ende 2026 an der Projektplanung beteiligen. Gemeinsam sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um hochwertige Rezyklate für anspruchsvolle Verpackungsanwendungen verfügbar zu machen und die Kreislaufwirtschaft bei flexiblen Kunststoffverpackungen weiter voranzubringen.