
Advanced Mechanical Recycling Technologienetzwerk für hochwertiges Kunststoffrecycling

Kunststoffabfälle effizient und hochwertig recyceln
– durch Fortschritt im mechanischen Recycling
Das Technologienetzwerk „Advanced Mechanical Recycling“ (AMR) am IKV bringt Akteure aus Wissenschaft und Industrie zusammen, um gemeinsam innovative Lösungen für das technologisch fortschrittliche Recycling von Kunststoffabfällen zu entwickeln. Im Fokus steht die Weiterentwicklung klassischer mechanischer Recyclingverfahren hin zu industriell einsetzbaren Technologien, die auch gemischte und stärker verunreinigte Kunststoffströme zu qualitativ hochwertigen Rezyklaten verarbeiten können.
Ziele des Netzwerks
Das Technologienetzwerk AMR verfolgt das Ziel, durch praxisnahe Forschung und Technologietransfer:
- die Qualität von Rezyklaten signifikant zu steigern,
- die Recyclingquote insbesondere aus dem Hausmüll zu erhöhen,
- und energieeffiziente Alternativen zum chemischen Recycling zu etablieren.

Dabei wird entlang der gesamten Wertschöpfungskette geforscht: von der Sammlung und Sortierung über die Reinigung bis hin zur Anwendung der Rezyklate in neuen Produkten – auch unter strengen Anforderungen z. B. im Verpackungsbereich.
Nachhaltige Kunststoffverpackungen aus PCR
© Springer NatureIm Projekt PlasticBOND, das inzwischen erfolgreich abgeschlossen wurde, ging es um die nachhaltige
Optimierung von Kunststoffverpackungen.
Ziel des Projekts war es ob und wie man durch detailliertes Materialwissen und digitalen Services von der Linearwirtschaft zu kreislauffähiger Wertschöpfung gelangen kann.
Der Abschlussbericht ist inzwischen erschienen und die Ergebnisse veröffentlicht.
Mechanisches Recycling
Was ist Advanced Mechanical Recycling?
Advanced Mechanical Recycling (AMR)
nutzt eine Kombination modernster Technologien entlang der gesamten Prozesskette – von der Sortierung über die Reinigung bis zur Wiederverarbeitung – und hebt sich dadurch deutlich vom klassischen mechanischen Recycling ab.
Im Gegensatz zu konventionellen Verfahren verarbeitet AMR auch Haushalts- und Gewerbeabfälle, die bislang nur schwer oder nur zu einfachen Produkten recycelt werden konnten zu Rezyklaten mit höherer Qualität

Zentrale Verfahrensschritte
- Sortierung nach Polymertypen und Farben
Nutzung modernster Sensortechnik zur präziseren Trennung (z. B. PE, PP, PET) - Shreddern, Waschen, De-Inking, Compoundieren
Mehrstufige Reinigung, Entfernung von Druckfarben, Anpassung der Materialeigenschaften - Extrusion, Pelletierung und De-Kontamination der Regranulate
Herstellung neuer Kunststoffgranulate, einsatzbereit für verschiedenste Anwendungen
Warum Advanced Mechanical Recycling?
- Sicherstellen erforderlicher Rezyklatverfügbarkeit und -qualität
- Erhöhte Recyclingfähigkeit auch für gemischte Abfälle
- Beitrag zur Erreichung der EU-Recyclingziele (z. B. PPWR)
- Kosteneffizienz und niedriger CO₂-Fußabdruck im Vergleich zu chemischem Recycling
AMR ist ein zukunftsfähiger, nachhaltiger Baustein der Kunststoff-Kreislaufwirtschaft.
Aktuelle Projekte im Netzwerk
Projekte zum Thema Kreislaufwirtschaft am IKV
LOOPCYCLING – Gemeinsam Kreisläufe schließen
© IKVMit LOOPCYCLING treibt das IKV den industriellen Einsatz von mechanischem Recycling für Kunststoffe voran. Ziel ist es, die Qualität und Effizienz von Recyclingprozessen zu steigern und so hochwertige Rezyklate für anspruchsvolle Anwendungen verfügbar zu machen.
Seit Anfang 2025 verbindet das Projekt Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Rohstoffherstellern über Verarbeiter bis zu Markenartiklern – und schafft eine Plattform für regelmäßigen Wissensaustausch, praxisorientierte Workshops und gemeinsame Entwicklungsprojekte.
Weitere Projekskizzen
Zukünftige Forschungsvorhaben an denen Sie sich beteiligen können
Folgeprojekt AMR for Rigids
Designrichtlinien für PCR-Spritzgussteile
Post-Consumer-Rezyklate bestehen häufig aus Mischungen verschiedener Polyolefine mit inhomogenen Fließeigenschaften und Verunreinigungen. Ziel des Projekts ist es, den Einfluss dieser Faktoren auf die Materialsegregation im Spritzgießprozess systematisch zu untersuchen. Auf dieser Basis werden Designkriterien entwickelt, die eine verlässliche Produktentwicklung mit PCR-Materialien ermöglichen.
Bei Interesse wenden Sie sich an:
Pia Fischer, M. Sc.
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Nachhaltige Spritzgießtechnologien
Optimierung der Oberflächenqualität von Rezyklatteilen
Die Rückführung von lackierten Bauteilen kann im resultierenden Rezyklatstrom zu inhomogenen Materialeigenschaften und eingeschränkter Beschichtbarkeit führen. Im geplanten Projekt wird untersucht, wie sich Aufbereitungsschritte wie Filtration und Entgasung sowie verfahrenstechnische Ansätze wie Werkzeugpolitur oder variotherme Prozessführung auf Oberflächenqualität und Beschichtbarkeit auswirken. Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen Materialreinheit, Verarbeitung und den späteren Oberflächeneigenschaften von Rezyklatteilen herzustellen.
Bei Interesse wenden Sie sich an:
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Pia Fischer, M. Sc.
Nachhaltige Spritzgießtechnologien
Machen Sie mit – werden Sie Teil des Netzwerks
Das Technologienetzwerk AMR steht allen interessierten Akteuren offen, die sich in der Weiterentwicklung des mechanischen Kunststoffrecyclings engagieren möchten.
Ob Forschungseinrichtung, Maschinenbau, Recycler oder Anwender: Ihre Perspektive ist gefragt.
Profitieren Sie vom fachlichen Austausch, gemeinsamen Projekten, regelmäßigen Workshops und dem aktiven Technologietransfer am IKV.


