Auszeichnung für herausragenden Fachjournalismus und gelebten Wissenstransfer in der Kunststoffindustrie
Der Chefredakteur des Fachmagazins K-PROFI wird für seine Verdienste um den Austausch zwischen Wissenschaft und Anwendung geehrt, der praxisnahe Forschung und praktisch umsetzbare Innovationen überhaupt erst möglich macht. Mit der Preisvergabe unterstreicht die Jury zugleich die Bedeutung unabhängiger Fachmedien für die Verbreitung und Einordnung technologischer Entwicklungen – gerade in Zeiten wirtschaftlicher und struktureller Herausforderungen.
Der Georg-Menges-Preis 2026 geht an Markus Lüling, Chefredakteur des Fachmagazins K-PROFI. Mit der Auszeichnung würdigt die Jury sein langjähriges und prägendes Wirken für einen fundierten, unabhängigen und transferorientierten Fachjournalismus in der Kunststoffindustrie.
© DF.FotografieDer Georg-Menges-Preis, wurde am 4. März 2026 im Rahmen des 33. Internationalen Kolloquiums Kunststofftechnik des Instituts für Kunststoffverarbeitung (IKV) in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen im Eurogress in Aachen verliehen. Der Preis ehrt Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die industrielle Praxis verdient gemacht haben.
Namensgeber ist einer der entscheidenden Wegbereiter der Kunststofftechnik in Deutschland, Prof. Dr. Georg Menges, von 1965 bis 1989 Inhaber des Lehrstuhls für Kunststoffverarbeitung an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen und Direktor des IKV, der die Umsetzung innovativer Ideen und Technologien aus der Forschung in die industrielle Praxis mit sehr viel Engagement, Mut und Pragmatismus vorangetrieben hat.
Ingenieur, Redakteur, Einordner
Markus Lüling ist Diplom-Ingenieur und seit vielen Jahren eine prägende Stimme im deutschsprachigen Kunststoffjournalismus. Als Chefredakteur von K-PROFI verantwortet er nicht nur die inhaltliche Ausrichtung eines der führenden Fachmedien für Kunststoff- und Kautschukverarbeiter, sondern gestaltet aktiv den Branchendiskurs mit.
Unter seiner Leitung hat sich K-PROFI als praxisnahes, technisch anspruchsvolles und zugleich strategisch denkendes Medium positioniert. Lüling verbindet ingenieurwissenschaftliches Verständnis mit journalistischer Präzision. Seine Beiträge zeichnen sich durch technische Tiefe, klare Analyse und die Fähigkeit aus, komplexe Entwicklungen in ihren wirtschaftlichen und technologischen Kontext einzuordnen.
Neben der klassischen Printpublikation hat er digitale Formate und dialogorientierte Angebote ausgebaut, um stets passende Wege der Wissensvermittlung und Branchenvernetzung zu erschließen. So verantwortet er beispielsweise seit vielen Jahren die tägliche Messezeitung K-AKTUELL, die während der alle drei Jahre in Düsseldorf stattfindenden weltweiten Leitmesse der Kunststoff- und Kautschukindustrie, der K, erscheint. Mitten im internationalen Messegeschehen koordiniert Lüling gemeinsam mit seinem Team eine redaktionelle Taktung in Echtzeit: Entwicklungen werden aufgegriffen, Gespräche verdichtet, Trends bewertet und noch am selben Tag publiziert. Diese journalistische Arbeit unter hohem Zeitdruck erfordert fachliche Souveränität, strategischen Überblick und publizistische Präzision – und schafft Orientierung in einem globalen Innovationsschaufenster. Damit trägt er dazu bei, Fachinformation zeitgemäß, zugänglich und anschlussfähig zu halten – sowohl im kontinuierlichen Branchendialog als auch im hochdynamischen Umfeld internationaler Leitveranstaltungen.
Fachpresse als unverzichtbarer Teil des Innovationssystems
Mit der Entscheidung für Markus Lüling setzt die Jury bewusst ein Zeichen: Innovation entsteht nicht allein im Labor oder in der Produktionshalle. Sie entfaltet ihre Wirkung erst dann, wenn Wissen geteilt, diskutiert, bewertet und in die Breite getragen wird.
Gerade in einer Zeit, in der die Kunststoffindustrie – wie große Teile der deutschen Industrie – vor tiefgreifenden wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderungen steht, geraten auch Fachmedien zunehmend unter Druck. Rückläufige Anzeigenmärkte, sinkende Abonnementzahlen und Konsolidierungen im Verlagswesen erschweren unabhängige, technisch fundierte Berichterstattung.
Umso bedeutender ist die Rolle von Journalisten, die mit fachlicher Kompetenz und publizistischer Haltung Orientierung bieten. Markus Lüling steht exemplarisch für eine Generation von Fachjournalisten, die Entwicklungen nicht nur dokumentieren, sondern kritisch begleiten, einordnen und in größere Zusammenhänge stellen.
Transfer im Sinne von Georg Menges
Der Namensgeber des Preises, Georg Menges, verstand Kunststofftechnik stets als Einheit aus Wissenschaft, industrieller Anwendung und gesellschaftlicher Verantwortung. Der Transfergedanke war Kern seines Wirkens.
» Markus Lüling wirkt wie ein Transmissionsriemen im Innovationssystem der Kunststofftechnik. «
In seiner Laudatio beschrieb Prof. Dr.-Ing. Christian Hopmann Markus Lüling als „Transmissionsriemen im Innovationssystem der Kunststofftechnik“. Er greife Impulse aus Forschung und Industrie auf, ordne sie ein und übertrage ihre Energie in den Branchendiskurs. So entstehe Bewegung: Entwicklungen würden sichtbar, diskutiert und in ihrer Tragweite bewertet.
Die Auszeichnung unterstreicht die Überzeugung, dass eine leistungsfähige, unabhängige Fachpresse ein unverzichtbarer Bestandteil des Innovationsökosystems ist. Ohne qualifizierte Vermittlung und kritische Einordnung fehlt dem technischen Fortschritt ein entscheidendes Resonanzmedium. Mit dem Georg-Menges-Preis 2026 wird daher nicht nur eine journalistische Persönlichkeit geehrt, sondern auch die zentrale Rolle professioneller Fachkommunikation für die Zukunftsfähigkeit der Kunststoffindustrie hervorgehoben.
