Wir zerlegen ein Modellauto in seine Komponenten – besucht uns im Aachener C.A.R.L.
Form vollendet
Bei der Wissenschaftsnacht zeigen wir dir im Aachener C.A.R.L. am 14. November 2025 wie aus Kunststoff spannende Produkte entstehen – und das ganz praktisch anhand eines Modellautos.
Jedes Teil unseres Modellautos steht für ein anderes Fertigungsverfahren und Material. Hier erfährst Du, wie die einzelnen Komponenten hergestellt werden – von der Karosserie bis zum Reifen. Schau dir an, welches Bauteil in welchem Verfahren gefertigt wird.
© IKV
Karosserie – Thermoformen
Die Karosserie, die Du vielleicht gerade in den Händen hältst, entsteht im Thermoformverfahren. Dabei wird eine Polystyrol-Folie (0,8 mm dick) unter einem Keramikstrahler erhitzt, bis sie weich genug ist, um sich mithilfe von Vakuum um eine Form zu legen. Nach dem Abkühlen bleibt die Form dauerhaft erhalten – und fertig ist die Karosserie! Auch die Fenster des Autos werden auf diese Weise hergestellt. Die Folie selbst wird im Flachfolienextrusionsprozess hergestellt – vom Rohgranulat bis zur glänzenden Kunststoffbahn.
👉 Bei der Wissenschaftsnacht kannst Du Deine eigene Karosserie tiefziehen!
Lenkungskomponenten – Spritzgießen
Die Lenkungsteile werden im Spritzgießprozess hergestellt – einem der wichtigsten Verfahren in der Kunststofftechnik. Dabei wird geschmolzener Kunststoff unter hohem Druck in ein Werkzeug eingespritzt, wo er abkühlt und seine endgültige Form erhält. Das Ergebnis: präzise, stabile und sofort einsetzbare Bauteile, die automatisch ausgeworfen werden.
💡 Das gleiche Verfahren wird auch für Gehäuse von Elektrogeräten, Steckverbinder oder Spielzeugfiguren verwendet.
Rahmen – Additive Fertigung (3D-Druck)
Wenn es auf Komplexität oder kleine Stückzahlen ankommt, bietet sich die additive Fertigung an – besser bekannt als 3D-Druck. Dabei wird ein Kunststoff-Filament erhitzt, verflüssigt und Schicht für Schicht nach einem digitalen Modell aufgebaut. So können selbst komplizierte Formen ganz ohne Werkzeug hergestellt werden.
💡 Im IKV-Workshop „3D-Drucker-Führerschein“ lernen unsere Studierenden, worauf man beim Design achten muss, um stabile und funktionale Bauteile zu drucken.
Bodenplatte – Vakuuminfusion mit Carbonfasern
Wenn ein Bauteil besonders leicht und gleichzeitig sehr steif sein soll, ist Carbonfaserverstärkter Kunststoff (CFK) die richtige Wahl. Dazu werden Carbongewebe in bestimmten Lagen übereinandergelegt, mit Kunstharz unter Vakuum getränkt und anschließend ausgehärtet. So entsteht ein Hochleistungsbauteil – leicht, robust und ideal für Dein Modellauto.
💡 Dieses Verfahren wird auch im Flugzeug- oder Rennwagenbau eingesetzt.
Prallelemente (Bumper) – Polyurethanverarbeitung
Die Stoßfänger Deines Modellautos bestehen aus Polyurethan (PUR) – einem Werkstoff, der als Schaum, Elastomer oder harter Kunststoff verwendet werden kann. Für die Prallelemente wird ein zweikomponentiges PUR-System gemischt. Durch eine chemische Reaktion entsteht CO₂, das den Schaum aufbläht. Das Ergebnis: elastische, stoßdämpfende Bauteile, wie sie auch in echten Autos zum Einsatz kommen.
💡 Durch die richtige Kombination der Komponenten lässt sich der Schaum weicher oder fester einstellen.
Reifen – Gummiherstellung
Damit das Modellauto ins Rollen kommt, braucht es natürlich Reifen. Die bestehen aus Gummi, der zunächst aus Kautschuk und weiteren Zutaten gemischt wird. Im Anschluss wird der Werkstoff extrudiert, geformt und in einer Form unter Druck und Wärme vulkanisiert – dabei entsteht aus dem weichen Kautschuk der elastische Gummi.
💡 In der IKV-Vorlesung „Kautschuktechnologie“ können Studierende sogar ihre eigene Reifenmischung herstellen und testen.
Klingt das spannend für dich? Dann besuche uns bei der Wissenschaftsnacht am 14.11.2025 an unserem Stand im C.A.R.L. Wir freuen uns auf dich und deine Fragen!
